Sommermärchen & Fieberträume im Juli

Auch dieses Jahr entschwinden wir im August in die Sommerpause. Zuvor wollen wir aber die laufende Spielzeit heiter ausklingen lassen und zeigen zwei mysteriöse und auch ein wenig wahnsinnige Filme.

Los geht’s am 11.07.2017 mit Konstatin Faigles OUT OF EDEKA. Fast 20 Jahre verbrachte dieser im elterlichen Edeka in der schwäbischen Provinz. Als das Geschäft schleißen muss, entscheidet er sich dem Gemischtwarenkaufhaus mit Lebensmittel-, Textil-, Karnevalsabteilung ein filmisches Denkmal zu setzen. Der Exkurs in seine Kindheit gerät dabei zum Grenzgang zwischen Dokumentarfilm und sommerlichem Fiebertraum. Dank Unterstützung aus dem geschätzten B-Movie läuft der Film an diesem Abend von einer 35mm Kopie (!).

Zum Saisonabschluss am 25.07.2017 kühlen wir uns dann im Wasser des Loch Ness ab. Dorthin verschlägt es den Ausnahmeregisseur Werner Herzog. Gemeinsam mit einer Crew von Experten will dieser dem Geheimnis des örtlichen Ungeheuers auf die Spuren kommen. Der Film INCIDENT AT LOCH NESS dokumentiert den dramatischen Verlauf der Expedition.

MEHR ZUM JULI PROGRAMM

Junge Wilde und Riot Grrrls im Juni

Los geht’s am 13.06.2017 mit FROM THE BACK OF THE ROOM von Amy Oden. Ihr Film zeichnet durch Interviews mit Musikerinnen sowie Archivmaterial die Geschichte der Riot Grrrl-Szene nach, die in den USA ab den 90ern als Reaktion auf die männliche Dominanz im Hardcore Punk enstand. Er läuft bei uns in der englischen Originalversion ohne Untertitel aber mit lautem Stereo-Klang.

Am 27.06.2017 geht es dann weiter mit ZEIGEN, WAS MAN LIEBT von Frank Göhre, Borwin Richter und Torsten Stegmann. Mit ihnen reisen wir in das München der 1960er Jahre, wo Regisseure wie Klaus Lemke oder Rudolf Thome mit dem angestaubten „Kino der Väter“ brechen. Ihr Film erzählt die Geschichte der „Münchener Gruppe“, von ihrer Arbeitsweise, ihrer ansteckenden Lebensfreude und ihrem Star, Iris Berben. Mit Gästen!

Weitere Informationen gibt es HIER.

Psychologisch im Mai

Im Mai beschäftigen wir uns mit den scheinbar abseitigen und offen düsteren Seiten der menschlichen Psyche.

Los geht es am 09.05. mit ULRICH SEIDL UND DIE BÖSEN BUBEN von Constantin Wulff. Dieses Portrait zeigt den umstrittenen österreichischen Filmemacher Ulrich Seidl zum ersten Mal bei der Arbeit; Bei den Proben zu seinem Theaterstück „Böse Buben /Fiese Männer“ und den Dreharbeiten zum Film „Im Keller“.


© Navigator Film

Am 23.05. zeigen wir dann DAS RADIKAL BÖSE. In seinem Film geht Stefan Ruzowitzky der Frage nach, warum im 2. Weltkrieg junge Männer zu Massenmördern wurden. Anhand von wissenschaftlichen Experimenten, Tagebuchaufzeichnungen und Gerichtsprotokollen versucht der Film der Psychologie des Genozid auf die Spur zu kommen. Zu Gast ist an diesem Abend der Historiker Hannes Heer.

Mehr zum Programm hier: Mai 2017

Der April im Salon

Mit einem recht aktuellen Thema starten wir in den April und zeigen am 11.04. den Film SEWOL. Die Dokumentation thematisiert den Untergang der gleichnamigen Fähre und die davon ausgelösten Proteste.
Bei dem Schiffsunglück verloren 304 Menschen ihr Leben. Viele der Opfer waren noch Schüler. Das mangelhafte Krisenmanagement der Regierung und die halbherzigen Versuche der Aufklärung führen bald zu Protesten.
Doch statt den Hinterbliebenen die gewünschte Gewissheit und Raum für Trauer zuzugestehen, reagiert der Staat mit Repression und geht gegensie vor. Wir freuen uns sehr, dass die Regisseurin Ok-Hee Jeong an diesem Abend zu Gast sein wird!

Am 25.04. geht es dann bei DIE YES MEN um die namensgebenden Aktivisten. Seit 15 Jahren legen die beiden sich mit Konzernen, Lobbygruppen und Regierungen an und weisen so auf Missstände hin. Ihre kritischen Aktionen, in denen sie sich unter anderem als Sprecher der US-Handelskammer oder von Shell ausgeben, um der verwunderten Presse einen Richtungswechsel zu verkünden, verpuffen bisweilen ohne die gewünschte Wirkung. Die gewachsene private Verantwortung hat ihren Effekt auf die gemeinsamen Aktionen. Dennoch fühlen sie sich verpflichtet, dem Klimawandel, der alle bisherigen Probleme der Menschheit in den Schatten stellt, energisch entgegenzutreten. Und so holen sie sich externe Helfer, um neue, spektakuläre Aktionen durchzuführen. Nicht verpassen!

Mehr zum April HIER!

Der Salon im März

Mit einer Portion weiter Welt und dem ein oder anderen heiteren Moment wollen wir im März filmisch dem grassierenden Vitamin-D-Mangel entgegenwirken.

Los geht es am 14.03. mit YOU DRIVE ME CRAZY von Andrea Thiele. In ihrem Film begleitet sie drei Fahrschüler/innen, die im Ausland ihren Führerschein noch ein Mal machen müssen. Dabei will selbst Triviales neu gelernt werden: Richtig Einsteigen, Zeichengeben, Kurvenfahren. Und im Fluss des Verkehrs zeigen sich erst recht die Grenzen der eigenen „Fahrkultur“.

Am 28.03. tauchen wir dann mit ORIGINAL COPY in die Welt des bzw. eines indischen Kinos, des „Alfred Talkies“, ab. Hinter der Leinwand betreibt Mumbais letzter Plakatmaler Sheikh Rehman sein Atelier. Weise, humorvoll und unbeirrt kämpft er, für das Bestehen seines Kinos und seiner Kunst.

Alles Weitere zu den Filmen gibt’s HIER!

Fanchöre und Frauenrechte

Während draußen der Schneeregen besinnlich auf den Bürgersteig platscht, wird es bei uns laut; Energischer Protest und Fanchöre erklingen im Februar in unserem kleinen Kinosaal.

Wir starten am 14.02. mit SHE‘S BEAUTIFUL WHEN SHE‘S ANGRY. Sie waren wütend, sie waren laut und sie inspirieren mit ihrer kämpferischen Haltung bis heute – Die Begründerinnen der modernen US-Frauenbewegung. Im Zusammenschnitt von Archivmaterial und Interviews erzählt der Film ihre Geschichte von 1966 bis 1971 und vom Kampf nach außen, wie nach innen.

Am 28.02. durchleben wir dann mit dem FC St. Pauli die dramatische Spielzeit 1990/91. „…UND ICH WEIß, WARUM ICH HIER STEHE.“ ist eine in schönstem VHS dokumentierte Liebeserklärung an den Verein und seine Fans, die mit einfallsreichen Aktionen zur Situation im Profifussball und der Gesamtgesellschaft Stellung beziehen. Mit Gästen!

Mehr zum Februar Programm hier!

Intimität & Inszenierung im Januar

Wir hoffen ihr habt es wohlbehalten nach 2017 rüber geschafft und wünschen ein Frohes Neues! Kalender-technisch zeigt sich das Jahr gleich zu Beginn generös und spendiert uns einen extra Dienstag. Die Gelegenheit lassen wir uns nicht entgehen und laden im Januar drei Mal ins B-Movie ein.

Los geht es am 10.01. mit „Im Strahl der Sonne“. Darin begleitet der Filmemacher Vitaly Mansky ein Jahr lang die 8-jährige Zin-mi und ihre Eltern in Pjöngjang. Staatliche Aufpasser sorgen dafür, dass das Leben im sozialistischen Nordkorea nur im besten Licht erscheint. Trotzdem bzw. gerade deswegen gelingt Manky ein Blick hinter die Fassade, der auch die Menschen hinter der Propaganda sichtbar macht.

Weiter geht es am 24.01. mit „Love Hotel“ von Phil Cox und Hikaru Toda. Love Hotels sind ein Zufluchtsort für japanische Paare, Geliebte und Einsame. In ihren fantasievoll bis kitschig eingerichteten Zimmern leben sie ihre Liebe, Wünsche und Fantasien diskret aus. In ihrem feinfühligen Portrait zeigen die Filmemacher eine wenig bekannte Seite Japans.
HINWEIS: Wegen des regen Interesses gibt es an diesem Abend eine Zusatzvostellung. Der Film läuft am 24.01. um 20:00 und 21:45 Uhr!

Schließlich zeigen wir dann am 31.01. „Gardenia“ von Thomas Wallner und folgen sechs Travestiekünstlern zwischen 60 und 70 bei den letzen Aufführungen ihrer Abschiedstour. In einer Montage von Interviews und Aufführungsszenen erzählt der Film von glamourösen Shows, Prostitution, Geschlechtsumwandlung, Ausgrenzung und inniger Liebe.

>> Mehr zum Januar-Programm < <

Pop Zustände im Dezember

Während allerorten die Weihnachtsmärkte ihre Pforten öffnen, möchten wir unser Dezember-Programm verkünden. Diesen Dezember gibt es nur einen Salon-Termin, da der vierte Dienstag Feier- und Urlaubstagen zum Opfer fällt.
Alles halb so wild, denn am 13.12. können wir euch Dietmar Post und Lucía Palacios tollen Film „Deutsche Pop Zustände“ präsentieren.
Der Film untersucht den Wandel der Popkultur und ihre Öffnung zu neonazistischen Ideologien hin. Wie konnte Etwas, das einst als modern und emanzipatorisch galt, zum Vehikel rechter Propaganda werden? Findet es mit uns Heraus! Nach dem Screening gibt’s ein Gespräch mit einem Protagonisten des Films, dem Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer!

>> Dezember 2016 < <

Der Salon im November

Los geht’s am 08.11. mit „Une Jeunesse Allemande“. In seinem Film montiert Jean-Gabriel Périot deutsches und französisches Archivmaterial neu zusammen und wirft einen Blick von außen auf die Bundesrepublik Deutschland der RAF-Ära. Périot bietet keine einfachen Antworten oder gar Erklärungen, sondern einen scharfen Kommentar über Gewalt und Geschichte.

Am 22.11. zeigen wir dann „Bonne Nuit Papa“ von Marina Kem. Ausgehend von der Frage „Was hatte meinen Vater sprachlos gemacht?“ erzählt Kem die Lebensgeschichte ihres kambodschanischen Vaters und gelangt immer tiefer in die Geschichte der Ideologiekriege und hin zu ihrer kambodschanischen Familie. Gäste: Regisseurin Marina Kem & Produzent Oliver Neis!

Mehr Inforamationen unter November 2016!

Spielshows & Experimente im Oktober

Bild und Ton fallen auseinander und eine gestörte Nation findet sich vor dem Fernseher ein: Der Oktober im Dokusalon!

Los geht es am 11.10. mit einem Besuch von Volko Kamensky. Der Filmemacher und bildende Künstler bringt drei seiner experimentellen Dokumentarfilme mit: „Divina Obsesión“ (1999), „Alles was wir haben“ (2004) und „Oral History“ (2009). Wir entdecken die besondere Schönheit gewöhnlicher Kreisverkehre, erforschen die Geschichte eines Heimatmuseums und entdecken die Kraft kollektiver Vorstellungen. Filmvorführung & Gespräch.

Am 25.10. zeigen wir dann Lutz Dammbecks „Overgames“. Der Film thematisiert den Zusammenhang zwischen Unterhaltung, Verhaltensforschung, Psychiatrie und politischer Propaganda. Was haben TV-Shows mit Psychotherapie gemein und welche Rolle spielten sie nach dem 2. Weltkrieg im deutschen Fernsehen? Zu Wort kommen Gameshow-Produzenten, Psychiater und Anthropologen verschiedenster Coleur. Zu Gast: Der Regisseur, Lutz Dammbeck!

Mehr zum Programm hier: Oktober 2016



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. dokumentarfilmsalon.org (10)
  2. google.com (12)
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